Historischer Rundgang durch Baunach

Hier können Sie Ihr Fahrzeug gebührenfrei abstellen und sind in wenigen Minuten zu Fuß auf dem Marktplatz.

Die Brücke aus Lärchenholz über die Baunach wurde im Jahre 1987 errichtet und verbindet Sportanlage und Altstadtparkplatz mit dem Stadtzentrum. Rechts in der Wiese sehen Sie den „Fischpass", der den Fischen den Aufstieg in das Oberwasser des Wehres ermöglicht. Ein Obelisk, eine Sonnenuhr und eine Sitzgruppe erinnern an ein Steinmetz-Treffen im Jahre 2003.

Schon vom Steg aus sehen Sie linker Hand das Baunach-Wehr und dahinter die Schrepfersmühle, auch Tremelsmühle genannt. Seit dem 14. Jahrhundert ist an dieser Stelle eine Mühle bezeugt; das jetzige Fachwerkgebäude wurde 1705/06 vom Müller Maximilian Schrepfer errichtet. Der Mahl-Betrieb wurde 1989 eingestellt; die gesamte Mühleneinrichtung ist noch vorhanden.

Gegenüber der Mühle steigen Sie die Treppe hinauf und kommen zur Pfarrkirche und zum „Beinhaus". In dem 1543 erbauten Fachwerkgebäude wurden früher die Gebeine der Verstorbenen aufbewahrt. Rund um die Kirche lag der Friedhof. Der Platz war durch die umgebende Bebauung begrenzt; deshalb wurden bei Neubelegung der Grabstätte die Gebeine ins „Gebeinehaus" gebracht. 1803 wurde der Friedhof auf den Kapellenberg verlegt. Das Beinhaus wurde 2016 saniert und beherbergt nun ein Krippenmuseum.

Gegenüber am Chor der Kirche „St. Oswald" sehen wir ein Steinrelief aus dem 14. Jahrhundert. Es stellt Christus am Lebensbaum dar. Die knienden Figuren sind Maria und Johannes, darüber St. Kilian und St. Oswald. Das Patrozinium des hl. Oswald gehört zu den ältesten in ganz Deutschland. 823 wurde die Kirche vom Würzburger Bischof Wolfger geweiht. Chor und Turm wurden um 1460 unter der Herrschaft der Freiherrn von Rothenhahn erbaut. Das alte Längsschiff mit seinen 2 Emporen wurde 1970/72 durch ein modernes, größeres Querschiff ersetzt. In den Jahren 2015/2018 wurde die Kirche erneut umgebaut, der große Kirchenraum wurde verkleinert, der Altar wieder in den alten Chor zurück verlegt und das ehemalige gotische Kirchenschiff in seinen Ausmaßen wieder hergestellt.

Gehen Sie nun an der Kirche entlang, zum wuchtigen, viereckigen, aus rohen Quadersteinen errichteten Turm, der in seinen Grundzügen schon in der Zeit der Fuldaer Herrschaft um 1244 erbaut wurde. Er ist 56 Meter hoch, die 4 Seitentürmchen wurden später angefügt, ein vierstimmiges Geläut lädt zum Gottesdienst. Durch den Turm betreten Sie die Kirche. Ihr Blick fällt geradeaus auf den Barocken Hochaltar mit dem Bild des hl. Oswald. An der linken Wand entdecken Sie ein 85 Quadratmeter großes modernes Wandgemälde von Jacques Gassmann mit dem Titel „Tod und Auferstehung". Rechts gegenüber ist das berühmte Baunacher Ostergrab nun dauerhaft aufgebaut. Es wurde von einem einheimischen Schreiner geschaffen und vom Rokokomaler Johann Anwander bemalt.

Genießen Sie nun den Marktplatz mit seinen historischen Fachwerkhäusern. Im Zentrum steht ein Brunnen mit der Statue des Überkum. Dieser fromme Baunacher Bürger lebte im 15. Jahrhundert. Als Pilger besuchte er die damaligen Wallfahrtsorte Rom, Compostella und das Heilige Land. Er ist in der Magdalenenkapelle begraben. Der „Obleyhof", mit seiner breit ausladenden Fachwerkfassade nimmt fast die ganze nördliche Seite des Platzes ein. Er wurde 1385 erstmals urkundlich erwähnt und war bis 1803 im Besitz des Bamberger Domkapitels. An der Ostseite des Platzes erinnert ein Fachwerkbau an die ehemalige Brauerei „Zum goldenen Löwen", früher Herberge der Bäcker- und Müllerzunft. Der heutige „Gasthof zum Hirschen", die alte Brauerei „Mötzinger" an der Südseite war früher als „Haus-Muntat" bekannt und war im Besitz der Ritter von Baunach. Die „Schwanenwirtschaft" an der Westseite des Marktplatzes wurde früher „Glockenhaus" genannt. Es ist das älteste Fachwerkhaus des Landkreises Bamberg. 1431/1432 wurden die Tannenhölzer des Dachstuhls und der Traufseite im Frankenwald gefällt und nach Baunach geflößt.

Biegen Sie vor dem Gasthaus zur Schwane nach links in den Zentweg ein und erreichen nach etwa 100 Metern die Zehntscheune.

In diesem Gebäude wurde der „zehnte" Teil der Ernte gelagert, der als Steuer zu leisten war. Das Kloster Fulda, bzw. das Tochterkloster Holzkirchen hatte für die meisten Orte des Amtes Baunach das Zehntrecht (großer und kleiner Zehnt), ab 1603 der Bamberger Fürstbischof. Die drei Wappen an der Giebelseite des Gebäudes zeigen links und rechts außen zwei Rotenhansche Wappen und in der Mitte das Wappen des Bamberger Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn. Sie stammen vom alten Stadttor, das im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.

Nach einem neuen Entwurf des Architekturbüros Brückner&Brückner könnten im Innenraum der Scheune vielleicht die frisch restaurierten „Hölzernen Männer", ein altes fränkisches Tor, aufgestellt und somit auch wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich die erste Kinderbewahranstalt von Baunach, errichtet 1911, der spätere Kindergarten, das heutige Jugendheim.

Am Ende des Zentweges überqueren Sie auf der Lauterbrücke die Bundesstraße 279 und biegen bei der Statue des hl. Nepomuk in den Magdalenenweg ein und gelangen zum sogenannten Schächer. Diese kleine Kreuzkapelle aus dem Jahre 1520 liegt auf dem Weg zur Baunacher Richtstätte. Die zum Tod Verurteilten wurden am „Schächer" vorbeigeführt, und man verlas hier nochmals ihre Missetaten und die Verurteilten hatten Gelegenheit, ein letztes Mal um Vergebung zu bitten. Die letzte Hinrichtung erfolgte im Jahre 1712. Gleich dahinter beginnt das Areal der ehemaligen Baunacher Bierkeller. Jedes Wirtshaus hatte hier im Berg seinen Bierkeller, im Sommer wurde gleich oben „auf dem Keller" unter den schattigen Bäumen das süffige Lagerbier ausgeschenkt. Nur der ehemalige „Lechnerbräukeller", gleich rechts, ist noch in Betrieb.

Steigen Sie nun über einen breiten Treppenaufgang weiter bergan, vorbei an der Figur eines  „Kreuzschleppers" und dem „Dornengekrönten Heiland". So erreichen Sie die spätgotische Magdalenenkapelle. Die ehemals kleine Kapelle wurde 1473 mit der Stiftung des seligen Überkum erweitert.

Betritt man das Innere, fällt der Blick auf den Hochaltar aus dem Jahre 1693, mit dem Bild der hl. Magdalena, flankiert von den Figuren der hl. Agatha und der hl. Margareta. In der Mitte des Chorraumes steht das Hochgrab des gottseligen Überkum. Beachtenswert ist auch die spätgotische Kanzel mit der Figur der knienden Magdalena. Die Wappen des damaligen Seelsorgers Liborius Frankenhausen, des ehemaligen Oberpfarrers Simon von Berg und des Marktes Baunach zieren die Kanzel. Das kostbarste Werk aber sind die vier lebensgroßen Holzfiguren aus der Riemenschneider-Schule auf der rechten Seite, die Mutter Gottes, die hl. Barbara, die hl. Magdalena und die hl. Katharina. Werfen Sie noch einen Blick nach oben auf die Holztonnendecke und auf die Empore mit der Orgel aus dem Jahr 2001.

Auf dem Platz vor der Kirche entdecken Sie eine steinerne Freikanzel. Von ihr aus wurde gepredigt, wenn die Kapelle die vielen Pilger nicht fassen konnte. Auch der fränkische Jakobsweg führt hier vorbei. Die Stempelstelle finden Sie in der Magdalenen-Kapelle.

Gehen Sie nun auf dem gleichen Weg zurück bis zur Lauterbrücke und wenden Sie sich nach links in die Straße „Am Stadtgraben". Dort, wo nun die Fußgängerampel steht, stand früher eines der drei Stadttore, das Bamberger Tor. Entlang des Stadtgrabens findet man Reste der ehemaligen Stadtmauer. Baunach erhielt im Jahre 1328 durch Kaiser Ludwig den Bayer das Stadtrecht, mit den gleichen Rechten wie die Stadt Bamberg. 1848 wurden Stadtmauer und die Türme abgerissen. Vor der Mauer steht eine barocke Marienmarter mit der Krönung Mariens, dem hl. Andreas, dem Kirchenpatron St. Oswald und der hl. Magdalena.

Wenn es Ihre Zeit erlaubt, folgen Sie weiter dem „Stadtgraben" bis er in die Würzburger Straße mündet. Links begleitet Sie die Lauter und rechts hinter den Häusern die Stadtmauer. Links an der Einmündung sehen Sie die alte Lautermühle, auch als Jägersmühle bekannt. 1541 errichtete Urbanus von Thurn diese Mühle außerhalb der Stadtmauer. Das reichverzierte Fachwerkhaus erbaute der Müller Willibald Kaim zwei Jahrhunderte später. Baptist Jäger baute hier das 1. Elektrizitätswerk und versorgte von 1900 bis in die 50er Jahre Baunach von hier aus mit Strom.

Wenn Sie die Würzburger Straße stadteinwärts laufen, liegt genau vor Ihnen das „Alte Rathaus" in barockem Glanz. Auf den Mauern der alten Burg „Schadeck" ließ der bischöfliche Oberamtmann Joh. Philipp von Aufseß von 1742 bis 46 dieses schmucke Gebäude mit dem Glockentürmchen errichten. Den Plan fertigte ein Mitarbeiter von Balthasar Neumann und der Baumeister Justus Dientzenhofer hatte die Bauleitung. Bis 1982 diente es den Bürgern als Rathaus. Heute beherbergt es das Heimatmuseum. Im „neuen Rathaus" gegenüber erhalten Sie Auskunft und weitere Unterlagen über Baunach.

Folgen Sie nun der Burgstraße nach links, vorbei an der Brauereigaststätte Sippel bis zur Einmündung der Gasse Zur Alten Brauerei. Wenn Sie durch die Braugasse laufen, sehen Sie vor sich das Fürstbischöfliche Amtsschloss, rechts das Bürgerhaus Lechner Bräu. Die Lechner Bräu - 1729 erstmals urkundlich erwähnt - war die größte Brauerei in Baunach und exportierte ihr Bier auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Auch eine Mälzerei gehörte dazu. 1987 wurde das letzte Mal gebraut. Nach langem Leerstand baute die Stadt aus der Ruine der ehemaligen Brauerei ein modernes Bürgerhaus mit Bücherei, Bürgersaal, Arztpraxis, Eisdiele und Friseursalon. Vom ehemaligen Mälzerei-Turm kann man heute einen Blick über die Dächer der Stadt werfen, besonders auf das gegenüberliegende Amtsschloss.

Der Bamberger Fürstbischof Marquard Sebastian von Staufenberg ließ es 1689 als Amtsschloss für das bischöfliche Oberamt Baunach erbauen. Sein Wappen finden Sie an der Nordseite. Sein Nachfolger Lothar Franz von Schönborn führte das Werk zu Ende. Dessen Wappen hängt über dem Einfahrtstor. Die Fürstbischöfe kamen nun regelmäßig zum Jagen in das wildreiche Baunachtal und wohnten hier im Schloss; deshalb wurde es vom Volk auch „Jagdschloss" genannt. Im Jahre 1802 wurde das Oberamt Baunach aufgelöst. Von 1838 bis 1932 beherbergte das Gebäude das Landgericht und später das Amtsgericht. Anschließend fertigte die Bekleidungsfirma STRIWA vor allem Lederbekleidung, Mäntel und Hosen in diesem Gebäude. 1982 wurde der Betrieb geschlossen. 2009 wurde das Schloss zur Seniorenresidenz umgebaut.

Sie verlassen den Schlosshof in nördliche Richtung und biegen rechts zur Baunachbrücke ab. Vom 2016/17 neu errichteten Fußgängersteg haben Sie einen herrlichen Blick in den Fluss und auf die alte Baunachbrücke. Diese Steinbrücke mit ihren drei Brückenbögen wurde 1856 erbaut, im Krieg teilweise gesprengt, wieder aufgebaut und 2015/16 für den heutigen Verkehr ertüchtigt.

Wenn Sie nach dem Steg gleich rechts auf den Hochwasserdamm abbiegen, erreichen Sie auf dem kürzesten Weg Ihren Parkplatz.

Im Jahre 1895 fuhr die erste Lokalbahn von Bamberg nach Ebern. Aus dieser Zeit stammt auch das Bahnhofsgebäude, das vor einigen Jahren renoviert und zu einem Restaurant umgebaut wurde. Die Bahnstrecke Bamberg-Ebern wird derzeit im Stundentakt befahren.

Die Stadtverwaltung wünscht Ihnen weiterhin einen guten Aufenthalt und angenehme Spaziergänge im Stadtgebiet und in der Umgebung von Baunach.

Historischer Rundgang durch Baunach

Wo genau stand die Burg Schadeck und wer war der gottselige Überkum? In der über 1200 Jahre langen Geschichte der Stadt Baunach gibt es viel Interessantes zu entdecken. Ab sofort gibt es für Gäste und heimische Geschichtsinteressierte wieder die Möglichkeit, in die Historie der Stadt Baunach einzutauchen: mit dem neuen historischen Stadtrundgang.

Auf 10 Seiten informiert die Broschüre über markante historische Gebäude und Plätze in der Baunacher Altstadt. 17 Sehenswürdigkeiten, die entlang eines etwa 4 Kilometer langen Rundwegs liegen und bei gemütlichem Tempo in rund zwei Stunden zu bewältigen sind, wurden ausgesucht. Historisch interessante Orte sollen außerdem künftig wieder mit Infotafeln versehen werden, um dem Besucher eine noch schnellere Darstellung der Geschichte Baunachs zu bieten.

Wer nach dem Rundgang in Baunach Hunger und Durst bekommen hat und nun einkehren möchte, dem hilft auf den letzten beiden Seiten des Prospektes eine Übersichtskarte mit verschiedenen Gastronomieangeboten bei der richtigen Wahl der Gaststätte.

Erhalten kann man die Broschüre kostenlos im Rathaus und den Baunacher Gaststätten. Ebenfalls werden wetterbeständige Prospekthalter auf dem Marktplatz, am Wohnwagenstellplatz und an der Magdalenenkapelle zur Selbstbedienung befestigt.

Herzlicher Dank ergeht an Franz Götz und Reinhold Schweda für die Mithilfe bei der Erstellung unserer neuen Broschüre.